Claudia Heuritsch
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Bei welcher Temperatur denken Frauen und Männer am besten?

„Männer sind vom Mars, Frauen von der Venus“, so lautet der Titel eines bekannten Buches über die vielen kleinen Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Auch wenn wir in Wahrheit alle Erdenbewohner und Erdenbewohnerinnen sind, hat die Metapher zumindest in Bezug auf die Temperatur so etwas wie einen wahren Kern: Auf der Venus ist es deutlich wärmer als auf dem Mars, und Frauen bevorzugen höhere Temperaturen als Männer. Wie eine neue Studie zeigt, geht es beim unterschiedlichen Temperaturempfinden aber nicht nur um Wohlbefinden, höhere Temperaturen wirken sich auch positiv auf die Denkleistung von Frauen aus.

Temperaturexperiment mit über 500 Studierenden

Tom Y. Chang (USC Marshall School of Business der University of South California) und Agne Kajackaite  (WZB Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung) haben in einem Experiment mit 543 Berliner Studierenden die Auswirkungen der Temperatur auf die geistige Leistung bei Männern und Frauen untersucht.

Dabei mussten die Probanden und Probandinnen möglichst viele Rechenaufgaben lösen und aus vorgegebenen Buchstaben möglichst viele verschiedene Wörter bilden. Zudem waren Fragen aus dem in der Psychologie bekannten Cognitive Reflection Test (CRT) zu beantwortet. Hierbei handelt es sich um Fragestellungen, die zu einer intuitiv richtig erscheinenden, aber faktisch falschen Antwort verleiten. (Beispielsweise die Aufgabenstellung: Ein Tischtennis-Schläger und ein Ball kosten zusammen 1,10 Euro. Der Schläger kostet dabei einen Euro mehr als der Ball. Wie viel kostet der Ball? Die meisten Menschen entscheiden sich intuitiv für die Antwort 10 Cent, die richtige Antwort ist allerdings 5 Cent.)

Die Wissenschaftler kontrollierten während des Experiments das Raumklima und setzten die Studierenden Temperaturen zwischen 16 und 33 Grad Celsius aus. Laut den Erkenntnissen des Experiments lieferten die Probandinnen mit steigender Raumtemperatur bessere Ergebnisse bei den Mathematikaufgaben sowie dem Bilden der Wörter. Nicht nur die Anzahl der gelösten Aufgaben, sondern auch deren Korrektheit stiegen mit der Temperatur an. Bei 33 Grad lösten die Probandinnen etwa 30 Prozent mehr Rechenbeispiele als bei 16 Grad.

Männer bei kühleren Temperaturen produktiver

Demgegenüber stand das Ergebnis der männlichen Probanden, die bei kühleren Temperaturen produktiver waren. Erhöhte Raumtemperaturen wirkten sich negativ auf ihre Leistungen aus, wobei der negative Effekt nicht so stark ausgeprägt war, wie der positive bei den Frauen. Auf die Antworten der CRT-Fragen hatten die unterschiedlichen Raumtemperaturen keine signifikanten Auswirkungen.

Die Wissenschaftler halten daher fest, dass sich für Arbeitsplätze mit Kollegen und Kolleginnen eine im Vergleich zu aktuellen Standards leicht erhöhte Raumtemperatur als sinnvoll erweisen könnte. Weiterführende Studien sollen nun nähere Informationen bringen.

Dieses Experiment zeigt aber bereits, wie wichtig eine optimal abgestimmte Raumtemperatur für uns Menschen ist. In einem Großraumbüro können die individuellen Bedürfnisse aller Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen noch nicht individuell bedient werden, vor allem in den eigenen vier Wänden haben Sie es aber in der Hand, sich mithilfe modernster Klimageräte das bestmögliche Klima zu schaffen.

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