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Martin Montag
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„Für Kälteanlagentechniker stehen alle Türen offen“

Berufe im Bereich der Kältetechnik bieten ein abwechslungsreiches, interessantes Aufgabenfeld und sehr gute Aufstiegschancen. Dennoch ist der Fachkräftemangel auch in dieser Branche eine Herausforderung. Wir haben uns mit den beiden Kälteanlagentechnikern Alois R. (34) und Markus M. (24) darüber unterhalten, was ihren Beruf ausmacht, warum er eine gute Wahl ist und wie ihr Arbeitsalltag aussieht.

Wie sind Sie zum Beruf des Kälteanlagentechnikers gekommen?

R.: Ehrlich gesagt durch Zufall. Eigentlich wollte ich Elektriker werden, der Beruf des Kältetechnikers hat neben Rohrleitungen und Thermodynamik aber auch sehr viel mit elektrischen Leitungen zu tun. Das gefällt mir bis heute – auch nach knapp 19 Jahren noch.

M.: Ich habe meine berufliche Laufbahn zunächst in der Heizungsbranche als Heizungstechniker begonnen. Mein Spezialgebiet waren Biomasseanlagen. Der Markt hat sich in den letzten Jahren aber schnell verändert und die Nachfrage nach Wärmepumpen wurde immer größer. Dadurch ist auch mein Interesse an der Kältetechnik gewachsen. Schlussendlich habe ich mich dann dazu entschlossen, zusätzlich zu meiner Arbeit eine Ausbildung zum Kälteanlagentechniker zu beginnen.

Wem würden Sie den Beruf empfehlen?

R.: Der Beruf ist etwas für Menschen, die gerne vielseitig arbeiten, sich für elektrische Regelungen und mechanische Komponenten wie Kompressoren, Wärmetauscher und Ventile interessieren.

M.: Jeder und jede, die sich für eine Tätigkeit in der Elektrotechnik und/oder Gebäudetechnik interessieren, sind in der Kältetechnik gut aufgehoben. Der Beruf des Kälteanlagentechnikers kombiniert beides perfekt.

Welche Eigenschaften braucht ein Kälteanlagentechniker?

M.: Man sollte technisch versiert sein, lösungsorientiert denken, erfinderisch und stressresistent sein. Mehrere Störungseinsätze an einem Tag sind in der Hochsaison keine Seltenheit und selbstverständlich verlangt jeder Kunde, dass seine Anlage am Ende des Einsatzes funktioniert. Daher muss man ab und zu schon etwas „improvisieren“.

R.: Flexibilität und die Fähigkeit, sich schnell auf neue Situationen einzustellen, sind wirklich essenziell, um dem Kunden eine schnelle Lösung anbieten zu können. Speziell in der Gewerbekälte ist das wichtig.

Wie würden Sie Ihren Alltag als Kälteanlagentechniker beschreiben?

R.: In erster Linie steht die Inbetriebnahme, Montage und Wartung von Klima- und Kältenlagen und die Kommunikation ins Werk auf der Tagesordnung, sowie das Beheben von Störungen, sei es vor Ort beim Kunden oder unterstützend am Telefon.

M.: Je nach Spezialgebiet bzw. Produktklasse unterscheidet sich dabei das Aufgabengebiet des Kältetechnikers. Wärmepumpen, Klimaanlagen für den Privatbereich, Klimaanlagen und VRV Anlagen für den Industriebereich, Kaltwassersätze, Technische Kühlungen, Kühlanlagen für den Medizinbereich, Fern-/Nahkälteanlagen, ... Das alles sind Teilbereiche der Kältetechnik.

Welche Werkzeuge verwenden Sie dabei?

M.: Zu den wichtigsten Werkzeugen gehören Elektromessgeräte, Datenlogger und Kältemittelbrücken. Mit der Kältemittelbrücke oder Monteurhilfe werden die Drücke und Temperaturen in der Kälteanlage gemessen und überprüft. Zusätzlich wird die Kältemittelbrücke als Übergang zur Anlage beim Befüllen und beim Recyclen des Kältemittels benötigt .

R.: Auch Temperatur- und Feuchtemessgeräte kommen zum Einsatz. Und natürlich ist auch der PC ist ein sehr wichtiges Tool, um Anlagendaten auszulesen.

Welche Herausforderungen hält der Beruf bereit?

M.: Bestimmt sind das die enormen Höhen, in denen die Geräte teilweise montiert sind.
Außengeräte werden nicht selten auf hohen Dächern aufgestellt und es kann schon einmal vorkommen, dass man ein Deckeninnengerät auf einem Hubsteiger oder einer Hebebühne in zehn Metern Höhe reparieren muss.

R.: Für den Kunden immer eine schnelle Lösung parat zu haben, ist für mich die größte Herausforderung. Gerade wenn es um Lebensmittel oder Produktionsprozesse geht, sind unsere Kunden massiv auf ihre Kälteanlagen angewiesen.

Wie schätzen Sie die Zukunft des Berufs Kälteanlagentechniker ein?

M.: Die zahlreichen Spezialgebiete und die laufende Modernisierung der Technik stimmen mich sehr positiv. Kühlsysteme für Krankenhäuser, Bürogebäude, Einfamilienhäuser und Lebensmittel werden bestimmt immer benötigt. Der Aufbau und die Funktion dieser Systeme werden sich jedoch ständig weiterentwickeln und verbessern. Man sollte sich daher auch ständig weiterbilden, um keinesfalls den Anschluss an die aktuelle Technik zu verlieren!

R.: Die Neuerungen bei Kältemitteln sind dafür ein gutes Beispiel. Dadurch ergeben sich neue Anforderungen, etwa im Umgang mit natürlichen Kältemitteln. Ich finde das sehr spannend.

Wie sehen Sie die Aufstiegschancen in Ihrem Beruf?

M.: Extrem gut. Der aktuell herrschende Fachkräftemangel hat sich auch enorm auf die Kältetechnik ausgewirkt. Für einen guten Kälteanlagentechniker stehen alle Türen offen, egal ob als Techniker für den Innendienst, Montageleiter, Wartungstechniker, Regelungstechniker oder als Störungstechniker!

Warum ist es für Sie persönlich der perfekte Beruf?

R.: Die Mischung der verschiedensten Tätigkeiten und Komponenten macht es für mich aus. Zudem erstreckt sich die Kältetechnik über die verschiedensten Branchen. Vom Rechenzentrum über den Lebensmittelhandel bis zum Eislaufplatz. Der Beruf hat mich schon in fast alle Länder Europas geführt, von England bis Zypern. Hauptsächlich im Bereich der Lebensmittelketten. Dabei kommt es ständig zu außergewöhnlichen Situationen. Zu den Spannendsten gehört für mich sicher immer der Tag der Inbetriebnahme einer nicht alltäglichen Kälteanlage.

M.: Das sehe ich ähnlich. Die Kombination aus Elektro-, Gebäude- und Regelungstechnik, sowie die ständige Abwechslung machen den Kälteanlagentechniker für mich zum perfekten Beruf. Zudem liebe ich dieses Gefühl, wenn man eine komplizierte Störung löst und die Anlage wieder funktioniert.

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